Marokko III: Ouazarzate

Für den nächsten Stop stiegen wir zum ersten Mal in einen marokkanischen Reisebus. Eigentlich ist da nichts weiter dabei, es gibt zwei große Buslinien, die gute Busse mit Klimaanlage haben. Allerdings hatten wir bei unserer ersten Fahrt prompt Pech. So durften wir zunächst eine halbe Stunde in brütender Hitze um die offene Motorhaube herumstehen und den Mechanikern beim Keilriementausch zusehen um anschließend in einem nicht minder heißen Bus ohne funktionierende Klima für 6 Stunden gen Südosten zu fahren. Versüßt wurde uns die Fahrt durch einen Ruhrpottler, der dem Klischee eines deutschen Touristen nahezu perfekt entsprach. Wurden wir auf unserer übrigen Reise von deutschen Mitbürgern weitgehend verschont so war dieser ausgesprochen redselig und verfolgte uns mit seinem lauten Denglisch bis ins nächste Hotel. Übrigens reiste er mit seiner thailändischen Frau, die von der Kontaktfreudigkeit ihres Mannes und überhaupt der ganzen Reise weit weniger begeistert schien … 

Die Landschaft wurde zunehmend trockener und öder und schließlich landeten wir in Ouazarzarte, einer Stadt die mittlerweile v.a. wegen ihrer drei großen Filmstudios bekannt ist. Ein Taxifahrer erzählte uns stolz, dass Brad Pitt auch schon da gewesen sei (ich vermute mal um den großartigen Film Babel zu drehen). Wir waren auch fast auf Hollywoodniveau untergebracht und hatten sogar ein Pool im Hotel, angenehm! 

Am nächsten Tag fuhren wir zur wohl besterhaltensten Kasbah Marokkos, Ait Benhaddou. Das alte, aus Lehm und Stroh gebaute, befestigte Dorf lag früher an einer wichtigen Handelsstraße durch die Wüste und gehört heute zum Weltkulturerbe, weshalb dort auch nur noch zehn Menschen leben. Hier wurden u.a. Lawrence von Arabien und Gladiator gedreht. Die Anlage ist wirklich sehr sehenswert und man bekommt einen Eindruck davon, wie es sich in den Kasbahs wohl lebt, die in dieser Gegend immer noch in der gleichen Bauweise errichtet werden. 

Tags darauf fuhren wir nach Skoura, eine kleine Stadt noch weiter im Südosten. Hier versprach uns der Lonely Planet einen großen und grünen Palmenhain. Dieser fiel zwar weitaus trockener und unspektakulärer aus als erhofft, der Spaziergang durchs Hinterland war dafür aber sehr interessant. Denn hier sahen wir nun auch ruinenhafte, von Wind und Wetter gezeichnete Kasbahs, die nichtsdestotrotz bewohnt sind. Es gibt dort auch keine Läden oder überhaupt eine Infrastruktur und wir fühlten uns, als seien wir wirklich mitten in Afrika.

Leider hatten wir keine Zeit für einen ausgiebigen Wüstentrip noch weiter im Süden, denn wir wollten ja als nächstes an die Küste … 


About this entry